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Die Risiken einer unzureichenden regionalen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen

Frau De Vries, 78 Jahre alt, wird mit Kurzatmigkeit in ein Krankenhaus außerhalb ihrer Heimatregion eingeliefert. Was ihr Behandlungsteam nicht weiß: Ihr Kardiologe in einem anderen Krankenhaus hat kürzlich ihre Herzmedikation geändert. Aufgrund eines mangelhaften Datenaustauschs zwischen den Leistungserbringern wird ihr altes Medikament erneut verabreicht - mit schwerwiegenden Folgen. Der Fehler wird erst zwei Tage später durch eine unbedachte Bemerkung der Tochter entdeckt.

Ein erschütterndes Beispiel dafür, wie eine gut gemeinte, aber schlecht koordinierte Zusammenarbeit innerhalb der regionalen Gesundheitskette zu einem medizinischen Fehler führen kann. Und leider handelt es sich dabei keineswegs um einen Einzelfall.

Warum ist eine starke regionale Zusammenarbeit im Gesundheitswesen so wichtig?

Eine effektive (regionale) Zusammenarbeit im Gesundheitswesen ist nicht nur für die Qualität der Pflege, sondern auch für die Sicherheit von Bewohnern, Patienten und Kunden von entscheidender Bedeutung. Ein Vergleich der Krankenakten von 1.200 Patienten zwischen Hausärzten und Krankenhäusern ergab, dass in 80 % der Fälle mindestens eine potenziell gefährliche Situation aufgrund von Informationsdiskrepanzen vorlag. Dies ergab die von der UMC Utrecht durchgeführte TIPP-Studie.

Solche Risiken entstehen nicht aus Unwillen oder Inkompetenz, sondern weil wichtige Informationen bei der Übergabe zwischen den Leistungserbringern verloren gehen. Man denke nur an nicht weitergegebene Medikamentenänderungen, unvollständige Entlassungsberichte oder Unklarheit darüber, wer für die weitere Versorgung zuständig ist. Die Übergabepunkte zwischen den Organisationen sind die Stellen, an denen am häufigsten etwas schief läuft. Doch wo genau liegen die Herausforderungen? In der Praxis treten bei der regionalen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen immer wieder verschiedene Probleme auf.

Wo es schief läuft: 5 häufige Engpässe in der Kette

Versorgungspfade erstrecken sich zunehmend über mehrere Organisationen. Da sich immer mehr Anbieter die Verantwortung teilen, wird die Zusammenarbeit immer wichtiger. Doch das Risiko von Fehlern steigt mit der Häufigkeit der Pflegeübergänge. Wo gehen die Dinge also typischerweise schief?

1. Begrenzter Datenaustausch und -zugriff zwischen Gesundheitseinrichtungen

Viele Anbieter verwenden digitale Systeme, die nicht miteinander kommunizieren. Dieser Mangel an Interoperabilität führt zu manuellen Informationsübertragungen, die zeitaufwändig und fehleranfällig sind. Nach einer Untersuchung von Performation tauschen nur 30 % der Gesundheitseinrichtungen Patientendaten elektronisch mit anderen Anbietern aus. Es gibt also eindeutig noch viel zu tun.

2. Unklare Vereinbarungen zu Verantwortlichkeiten und Protokollen

Wenn ein Bewohner, Patient oder Kunde in eine andere Einrichtung verlegt wird, ist oft unklar, wer wofür zuständig ist. Es fehlt an regional abgestimmten Verfahren zwischen den Pflegeanbietern. Auch das Niederländische Institut für Sozialforschung (SCP) stellt fest, dass eine unzureichende Aufteilung der Verantwortung und unklare Vereinbarungen über die Leitung eine reibungslose Übergabe erschweren. Klare Verfahren und im Voraus vereinbarte Protokolle erleichtern die Zusammenarbeit und stellen sicher, dass jeder weiß, wer für jeden Schritt verantwortlich ist.

3. Fehlende organisationsübergreifende Berichterstattung über Zwischenfälle

Die Verbesserung der Sicherheit von Patienten und Klienten in allen Bereichen des Gesundheitswesens beginnt mit der Erkennung von (Beinahe-)Zwischenfällen. Leider werden organisationsübergreifende Zwischenfälle nur selten gemeldet, da es oft kein standardisiertes System für die organisationsübergreifende Meldung gibt. Die Einführung eines solchen Systems hilft, strukturelle Schwächen zu erkennen und zu beheben. Ein Beispiel ist das TIM-System (Transmural Incident Reporting), das in der Region Midden-Brabant entwickelt wurde.

4. Unzureichende Koordinierung zwischen Pflegeeinrichtungen

Bei der Übertragung von Pflegeleistungen - oder wenn mehrere Organisationen beteiligt sind -sind Koordination und Abstimmung unerlässlich. Die niederländische Aufsichtsbehörde für das Gesundheits- und Jugendwesen (IGJ ) stellte fest, dass der Informationsaustausch zwischen den Anbietern in der Altenpflege oft suboptimal ist. Das Ergebnis: uneinheitliche Pflege für schutzbedürftige ältere Menschen und zusätzliche Belastung für den Patienten oder Klienten und seine informellen Betreuer.

5. Mangel an intelligenter Kapazitätsplanung

Pflegedienstleister sind nach wie vor mit einer hohen Arbeitsbelastung und Personalmangel konfrontiert. Das niederländische Zentralamt für Statistik meldet über 50.000 offene Stellen im Gesundheitswesen. Dies setzt einige Anbieter unter Druck und zwingt das Personal, unter struktureller Belastung zu arbeiten. Laut der Integrierten Pflegevereinbarung (IZA) könnte eine bessere regionale Kapazitätsplanung Teil der Lösung sein.

Die Risiken der Vernachlässigung dieser Herausforderungen in der Gesundheitskette

Als Gesundheitsdienstleister oder -organisation ist es Ihr Ziel, die bestmögliche Versorgung bei minimalem Risiko von Zwischenfällen zu gewährleisten. Dazu brauchen Sie die richtige Unterstützung - nicht nur in Form von Tools, sondern auch durch gut konzipierte Systeme für Zusammenarbeit und Kommunikation. Was passiert, wenn diese Engpässe nicht behoben werden? Wir sehen bereits die folgenden Risiken auftauchen:

  • Falsche oder doppelte Medikation aufgrund von mangelhaftem Datenaustausch oder Fehlinterpretationen zwischen Anbietern;
  • Verzögerte Diagnosen, weil medizinische Informationen nicht verfügbar sind oder falsch kommuniziert werden;
  • Vermeidbare Wiedereinweisungen in Krankenhäuser, wenn wichtige Informationen nicht ausgetauscht werden oder die Pflegepläne nicht gut koordiniert sind;
  • Vertrauensverluste bei Bewohnern, Patienten und Kunden aufgrund von Kommunikationslücken oder vermeidbaren Fehlern.

Es gibt viele Gründe, die regionale Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zu verbessern. Aber wie?

Praktische Lösungen: Beispiele für eine erfolgreiche regionale Zusammenarbeit

Glücklicherweise zeigen viele Regionen bereits, dass eine starke Zusammenarbeit möglich ist - und dass sie zu besseren Pflegeergebnissen führt. Nehmen Sie zum Beispiel die Region Twente. Dort haben die Leistungserbringer eine gemeinsame elektronische Plattform entwickelt, die einen schnellen und sicheren Austausch von Patienteninformationen ermöglicht. Allgemeinmediziner, Krankenhäuser und Apotheker haben alle direkten Zugang zu den benötigten Daten.

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Oder denken Sie an Nord- und Mittellimburg, wo ein zentrales Problem - die mangelnde Koordination - durch die Organisation regelmäßiger multidisziplinärer Treffen gelöst wurde. Hausärzte, Krankenhauspersonal, Gemeindeschwestern und andere Fachleute kommen zusammen, um komplexe Fälle zu besprechen. Diese Treffen verbessern die Abstimmung und verhindern, dass die Fachleute in Silos arbeiten.

Und wie sieht es mit der Klärung der Zuständigkeiten aus? Die Region Rijnmond hat ein strukturiertes Kooperationsmodell für die Übergabe zwischen Krankenhäusern und Hausärzten entwickelt, das klare Vereinbarungen darüber enthält, wer für welche Aspekte der Versorgung verantwortlich ist und wann eine fachliche Eskalation erforderlich ist.

Was könnte in Ihrer regionalen Zusammenarbeit verbessert werden?

Wie würden Sie Ihre eigene regionale oder organisationsübergreifende Zusammenarbeit bewerten? Läuft alles reibungslos, oder gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten? Überlegen Sie zum Beispiel, wie der Informationsfluss zwischen den Organisationen verbessert oder die Zuständigkeiten klarer definiert werden könnten.

Stellen Sie sich nun einen speziellen, benutzerfreundlichen Arbeitsbereich für die Zusammenarbeitvor - einen,der schnellere und effektivere Entscheidungen und eine bessere Abstimmung in der gesamten Versorgungskette ermöglicht. Was würde es für Ihre Region bedeuten, wenn die Zuständigkeiten klar dokumentiert wären und Vorfälle in einem gemeinsamen System gemeldet werden könnten ? Die Beantwortung dieser Frage könnte der erste Schritt zum Aufbau eines Gesundheitsnetzwerks sein, in dem Bewohner, Patienten und Kunden wirklich im Mittelpunkt stehen und die Pflegeanbieter optimal zusammenarbeiten können.

Marleen de Greef - Inhaltsvermarkterin - Zenya
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